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  • AutorenbildBirgit

Zeitumstellung


Letztes Wochenende war es wieder so weit: Die Uhr wurde auf Winterzeit umgestellt. Zum Glück habe ich mittlerweile fast überall Funkuhren, so muss ich mich kaum drum kümmern, aber mal ehrlich- muss das denn wirklich sein?!

Es mag ja vielleicht ein schlauer Zug sein für die Wirtschaft und so- aber ich muss sagen: Ich hasse das!!!

Mich wirft das immer ein paar Tage aus der Bahn, mein Zeitgefühl ist völlig durcheinander und ich schlafe ein paar Tage schlecht- und ich erinnere mich dunkel und mit keiner großen Freude daran, dass es meinen Kindern, als sie noch klein waren, ähnlich erging und es eine Woche lang kein großer Spaß war, sie abends ins Bett zu bringen...ach, und wenn man älter wird und einem morgens der Rücken vom Liegen wehtut, ist der einmalige Bonus von einer Stunde länger im Bett bleiben auch irgendwie witzlos.

Da ich gerade meine philosophische Phase habe (Prust!) denke ich über Zeitumstellungen, Zeitenwandel in meinem Leben nach.


Gerade befindet sich meine Familie auf vielerlei Weise in einer Zeitenumstellung:


Gerade ganz aktuell und sehr einschneidend stellt sich, stellen wir Kinder, gerade das Leben unserer Eltern um. Durch unglückliche Umstände und einen doofen Virus wurden Beide , mein Papa nicht ganz so schlimm, wie meine Mama, zu Pflegefällen- von heute auf morgen hat sich da alles verändert:

Nach langen Krankenhausaufhalten muss mein Papa nun- mit unserer und externer Unterstützung- alleine im Haus leben und meine Mama- die noch nie in ihrem Leben woanders gewohnt hat, als in ihrem geliebten kleinen Dorf- zieht nach der Reha in ein Seniorenheim.

Nun ist die Sofaecke ganz links mit der rosa Decke, die immer ihr Sitzplatz war, leer und ihre ausstrahlende Fröhlichkeit- selbst in ihrer Demenz immer im ganzen Haus spürbar- fehlt nun in meinen Elternhaus.

Wir "Entscheider" wissen, es ist der einzig richtige Weg- und doch tut es einfach weh. Alt und gebrechlich werden, der Wandel vom Helfenden zu jemandem, dem geholfen werden muss, ist schmerzhaft und schlecht auszuhalten. Für beide Seiten.


Und dann ein Wandel, der nicht ganz so heftig ist, wie oben genannter:

Wir haben keine Ferien-Zeitrechnung mehr!

Fast 20 Jahre hat man die Zeitrechnung mit Sommer-,Herbst- und Winterferien gemacht- für alle Planungen, Urlaubsbuchungen usw. wurde dieser klitzeklein gedruckte Ferienplan hinten im Kalender gesucht und danach entschieden.

Nun geht kein Kind mehr zur Schule und hätte meine Freundin mir nicht am Telefon gesagt, dass ihre Kinder noch im Bett liegen, hätte ich dieses Jahr die Herbstferien gar nicht registriert. Verrückt!


Mit einer anderen Freundin sprach ich jetzt darüber, was sich alles auf einen Schlag verändert, wenn man ein Kind bekommt. Wie anders dann dein Alltag wird, wie anders du danach von den Menschen um dich herum wahrgenommen wirst und wie schwer es Frau dann manchmal fällt, sich auch mal Zeit für die eigenen Bedürfnisse zu nehmen.

Und wenn dann vielleicht ein weiteres Kind kommt, wird wieder der ganze Alltag durcheinandergewürfelt.

Ich weiß noch gut, wie wenig Pausen man hat, wenn das Baby schläft und diese, eigentlich als Ruhezeit geplante Zeit, dann für das ältere Kind drauf geht, dass natürlich auch Mamazeit braucht. Mit Kindern muss eh alles, was vorher gut organisiert war, schnell und flexibel umgeplant werden können und zwar von jetzt auf gleich.


Und dann irgendwann ziehen deine "Kinder" aus und wieder ist alles anders. Loslassen ist da schön und schwer zugleich. Wandel tut gut und Wandel kann weh tun.



Gestern wartete ich auf mein MRT und in der Praxis begann gerade eine Frau ihre neue Arbeitsstelle. Sie wurde von einer erfahrenen Sprechstundenhilfe durch die Räumlichkeiten geführt und bekam alles erklärt. Die Frau war so aufgeregt und darauf bedacht, sich alles zu merken und bloß alles richtig zu machen, das war richtig rührend.

Einen neuen Job zu beginnen, ein neues Arbeitsfeld, neue Kollegen...was für eine Veränderung!


Oft sucht man sich aber den Wandel gar nicht selbst aus,so wie z.B. einen neuen Job, die Zeitenumstellung kommt ungefragt und alles ist anders. So wie bei meinen Eltern. Oder einer Krankheit, die dich packt- oder deine Liebsten.

Eine Kündigung, ein Streit, liebgewonnene Freunde lassen sich scheiden.

Ein Krieg bricht aus, eine Pandemie ist da, warme Wohnungen werden zum Luxus.

Das, was für mich immer eine Selbstverständlichkeit war, wird plötzlich rar.


Mich verunsichern solche Veränderungen oft, machen mir Angst. Ich möchte immer gerne wissen, was die Zukunft bringt. Mir gibt es Sicherheit, wenn ich grob weiß, was die nächsten Monate für mich bereithalten.

Aber gerade im Moment weiß ich das so überhaupt nicht, da kann ich nur von Tag zu Tag planen und weiß nicht, wie die nächsten Wochen werden.

Klar, eigentlich weiß man das ja nie- aber man kann sich wenigsten einbilden, man hätte es im Griff, das Leben.

In diesen letzten, aufregenden, schrecklichen und trotzdem manchmal auch sehr schönen Wochen ( denn Gott kann uns sogar im Grauen kleine Oasen der Freude schenken, bei mir waren es z.B. der unfassbare Zusammenhalt von uns Geschwistern in dieser Zeit oder die vielen Freunde und Gemeindegeschwister die gebetet haben), kam mir immer ein Vers in den Kopf, der mich beruhigt hat:


"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit " Hebräer 13,8


Gott ist derselbe. Er ist nicht im Wandel. Er sagt nicht heute Hü und morgen Hott. Er stirbt mir nicht weg. Er wird nicht dement. Er bleibt gleich. Er bleibt mir erhalten.

Was er sagt, was er zusagt, galt damals genauso wie heute.

Was er in der Bibel gewirkt hat, kann er noch heute ganz genauso wirken.

Gott ist unverändert. Er ist unwandelbar.

An ihn darf ich mich hängen. Wortwörtlich. Festkrallen und darauf vertrauen, dass er durchträgt durch den Wandel.

Und ich merke es jetzt schon, er trägt wirklich. Er beruhigt mich und er tut Wunder.

Und selbst in den furchtbaren Veränderungen der letzten Wochen, erkenne ich ganz genau, wie der Herr einen Plan hat. Ich kann mich auf ihn verlassen, auch in der Zeitenwende.


Ich wünsche Dir, dass Du das auch erkennst und Dein Vertrauen ganz auf den Herrn Jesus setzt, den Unwandelbaren, der dich von Herzen liebt und es gut mit Dir meint.

Alles Liebe Dir!


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