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  • AutorenbildDamaris

Wenn die Herbstwinde blasen



Herbstwinde laden zum Drachensteigen ein. Bei uns in Friesenhagen gibt es einen idealen Platz zum Drachensteigen, oben auf der Höhe zwischen Kreuz und St. Anna Kapelle. Wenn ich so einen leuchtend bunten Drachen vor einer grauen schweren Wolkenwand tanzen sehe, zücke ich sofort mein Handy.

Bei starken Winden sollte der Drache unbedingt einen Schwanz haben, dann ist er viel besser zu steuern. Außerdem finde ich, sieht er dann auch viel schöner aus.

Gerade fühle ich mich so manchem Herbststurm ausgesetzt, im Alltag und beim Blick in die Zukunft. In Gesprächen merke ich, es geht vielen Menschen so.

Wie geht es euch, mit den Herbststürmen? Ich verspüre wenig Lust, in den starken Winden wie ein Drache herumzuflattern. Meine erste Reaktion ist Rückzug. Am liebsten würde ich auf dem Kellerregal liegen bleiben, ganz ruhig, natürlich auch ein bisschen eingestaubt und gelangweilt, und zugefaltet, eben unsichtbar.

Ich stelle mir einen Drachen vor, der an einer Schnur, gut gesteuert immer höher steigt im Wind, wie ein Leuchtpunkt vor dunkler Kulisse.

Dieses Bild macht mich wach. Was könnte mir Stabilität und Zuversicht geben, mich in den Wind zu begeben und aufzusteigen, Farbe zu zeigen, im Wind zu tanzen, trotz meiner Angst zerzaust zu werden?

Gestern Abend, in unserer kleinen Zellgruppe, in der wir gemeinsam essen, viel erzählen und über einen Bibeltext nachdenken, bekomme ich eine Idee. Es ging um den Text aus Matthäus 25 Vers 14 -30. Menschen, die sich von Gott anstellen lassen, also gebrauchen lassen, mit ihm im Gespräch sind, mit ihm leben und arbeiten, sind beschenkte Menschen. Gott vertraut uns sein Vermögen an, seinen Reichtum, seine Möglichkeiten. Jeder ist auf eine besondere Weise von Gott dabei bedacht. Krass!!! Die Geschenke, die Gott ganz persönlich zusammenstellt, kann ich gewinnbringend einsetzen oder verstauben lassen. Wir merken in unserer Zellgruppe, wie unterschiedlich Gott uns beschenkt hat und wie reich wir sind. Wir fragen uns, ob wir verantwortlich damit umgehen. Ermutigen wir uns Verantwortung zu übernehmen und Angst zu überwinden? Schimpfen wir nur über die Herbststürme? Merken wir, wenn sich jemand zurückzieht? Bitten wir um Hilfe? Achten wir aufeinander? Geben wir das, was wir haben?

Ich möchte neu nachdenken, über die Geschenke, die Gott mir gibt, mit denen ich mich in den Wind trauen kann. Er wird meine Hand nicht loslassen. Gott gibt mir Gaben und Aufgaben in Zeiten der Rezession und Inflation. Ich möchte weniger schimpfen und mehr verantwortlich leben, in meiner Familie, meiner Straße, in meiner Zellgruppe…und Gottes Reichtum vermehren. Das ist möglich. Ich danke Gott für die Menschen, die ihre ganz persönlichen Geschenke einsetzen und so mein Leben mit Stabilität und Schönheit bereichern.



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